Versicherungs-News
Politik und Gesellschaft | 2010-03-09 00:52:05
Neue Westfälische: Neue Westfälische (Bielefeld):
Sparpläne im Gesundheitswesen
Kampf aufnehmen
WOLFGANG MULKE, BERLIN
Bielefeld (ots) - Das Gesundheitssystem krankt auf zwei Seiten.
Über die Einnahmen wurde lange genug ergebnislos gestritten. Viel zu
wenig wurde zuletzt über die Ausgaben geredet. Gesundheitsminister
Philipp Rösler hat erst auf öffentlichen Druck hin das Heft des
Handelns in die Hände genommen. Nun kündigt er einen spürbaren
Sparkurs an, ohne dass deshalb die Gesundheitsleistungen schlechter
werden müssen.
Rösler hat die Pharmaindustrie ins Visier genommen. Insbesondere die
Hersteller von innovativen Arzneien sollen ein wenig zur Gesundung
des Systems beitragen, indem die Preise für neue Medikamente begrenzt
werden. Das ist überfällig. Denn die Hersteller von Pillen und Pasten
haben sich in den letzten Jahrzehnten eine goldene Nase verdient und
wurden bei den letzten Reformen weitgehend außen vor gelassen.
Dabei darf es aber nicht bleiben. Es gibt noch viele Möglichkeiten
für mehr Effizienz im Gesundheitswesen - etwa die Aufhebung des
Filialverbots bei Apotheken. Die Optimierung des Gesundheitswesens
muss ebenso wichtig genommen werden wie die Finanzierung der
notwendigen Ausgaben. Es ist nur schwieriger, weil stets jemanden
etwas weggenommen wird. Den Kampf sollte Rösler aufnehmen, wenn er
als Reformer und nicht als Klientelpolitiker angesehen werden will.
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Sparpläne im Gesundheitswesen
Kampf aufnehmen
WOLFGANG MULKE, BERLIN