FT: Kommentar zur Studie "Jugendsexualität 2010"
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Bildung und Kultur | 2010-09-03 03:15:41

FT: Kommentar zur Studie "Jugendsexualität 2010"

Flensburg (ots) - Seit mehreren Jahren schon führen uns
reißerische TV-Aufklärer in Talk- und Reality-Shows vor, wie es um
die früh erwachende Sexualität unserer Jugend bestellt ist. Diverse
andere Fernsehformate, Bücher und vermeintlich ernsthafte
Dokumentationen haben ihr übriges dazu beigetragen, Eltern besorgt in
Richtung Kinderzimmer blicken zu lassen. Kein Wunder: So wurden
ihnen doch 14-Jährige vorgeführt, die Pornofilme konsumieren,
imitieren und produzieren, 13-Jährige, die ihre Geschlechtspartner
wechseln wie andere ihre Socken, und 12-Jährige, die sich zum
wiederholten Male mit einer ungewollten Schwangerschaft abmühen. Der
"Spiegel" schrieb, dass unsere Jugend "sexuell verwahrlost statt
aufgeklärt" sei und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" titelte
"Porno statt Lego". Die Wahrheit sieht offenbar anders aus. Nicht
nur warten die meisten Teenies in Deutschland mit dem "ersten Mal",
bis sie in einer festen Partnerschaft sind. Nein, sie verhüten sogar
so gut wie nie zuvor. Es gibt sie eben doch: die normale, aufgeklärte
Jugend. Eine Jugend, die sich in ihren Grundbedürfnissen kaum von der
Elterngeneration unterscheidet, die den Sexualkundeunterricht nicht
durch Porno-Filmchen aus dem Internet ersetzt hat und die sich der
Gefahren von HIV und anderer Krankheiten bewusst ist. Die
"Pornofizierung der Gesellschaft", die quer durch die Feuilletons
der Republik analysiert wurde, findet sich bei ihr nur bei einer
kleinen Gruppe. Und vermutlich hat es diese schon immer gegeben.  
 
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